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Pater Noster

Schmuckgalerie, München
2019

 

Semester 7
Prof. Maximilian Rimmel
In Zusammenarbeit mit Olivia Adam, Jessica Henkel und Raphaela Schindler

Der Entwurf befasst sich mit dem Innenraum eines Bestandsgebäudes in München, dieser soll strukturell unverändert bleiben und durch eine Rauminstallation zu einem Schmuckatelier und -galerie umfunktioniert werden. Die Erschließung liegt auf Straßenniveau, während der Boden des Raumes 2,8 Meter darunter liegt. 
Idee des Entwurfes war es ein möglichst losgelöstes Tragwerk in den Raum einzustellen, das eine hierarchielose Erschließung aller Ebenen ermöglicht und einen Rundlauf durch den gesamten Raum erzeugt. Ferner sollte diese Struktur den Raum zonieren. Es wurde ein Tragwerk aus Vierkantrohren entwickelt, welches Bezug zur vorhandenen Raumgliederung und Symmetrie nimmt. An den Eckpunkten sind vier vertikalen gläsernen Säulen, die als Paternoster für Schmuckvitrinen funktionieren. Sobald der Besucher den Innenraum betritt findet er sich auf einem Steg wieder, der ihm die volle Raumhöhe erfahrbar macht und zwischen zwei dieser Säulen hindurch lenkt. Darin fahren Vitrinen mit Ausstellungstücken stetig auf und ab. Die einzelnen Bänder lassen sich gezielt steuern und anhalten um in Ruhe den Schmuck betrachten zu können. Angekommen auf der mittleren Plattform befindet man sich auf der Verkaufs- und Beratungsfläche, einem Raum im Raum erzeugt durch das Stahlgerüst. Von hier führen zwei Treppen an der Wand entlang nach unten zu Austellungsflächen von historischen Stücken. Ebenso befindet sich in der unteren Etage ein Veranstaltungsraum, die Sanitäranlagen und Arbeitsplätze für zwei Goldschmiede. Diese sind offen gestaltet, sodass es möglich ist Einblicke in deren Arbeit zu erhalten. Das Tragwerk wird statisch ausgefacht durch helle Holzpaneele und kann in den weiteren offenen Flächen beliebig geschlossen oder geöffnet werden mit verschiedenen Materialien wie Tuch, Glas etc.
Des Weitern wurden die Vitrinen entworfen, die aus einfachen Stahlwinkeln verschweist werden. In diese werden dann an den Seiten Stahl- und an der Front- und Rückseite Glasscheiben eingeschoben. Dadurch ist es möglich das Ausstellungstück von beiden Seiten der gläsernen Säulen zu betrachten. Der Deckel ist öffenbar gestaltet zur Entnahme der Exponate. Im doppelten Boden befindet sich die Beleuchtung für die jeweils darunter fahrende Vitrine. Durch diese Belichtung und Bewegung entsteht ein lebendiges Lichtspiel im ganzen Raum.
Die Wahl der Möbel fiehl auf das geschwungene Schwansofa und den Schwanstuhl in schwarz, sowie den schwarzen Stuhl Serie 7 im Veranstaltungsraum, designt von Arne Jacobsen. Dieser Kontrast von geradlinigem Tragwerk zu runden Möbeln verdeutlicht ihren eingestellten Charakter, sodass auch die Möbel als Exponat fungiert.

Großen Dank an alle Gruppenpartner für die fruchtbaren Diskussionen und spannenden Ideen

Besonderen Dank an Anne Caris für die Unterstützung bei der sinngerechten Übersetzung der Projektbeschreibungen ins Englische

© 2022 by Jonas Berthold

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